Kelly Shibari
Aus Japan in die US-Branche: Kelly Shibari wird zum Plus-Size-Gesicht
Kelly Shibari wird am 9. September 1972 geboren und wächst in Japan auf. Mit fünfzehn zieht sie in die USA. IAFD nennt irisch-japanische Wurzeln, sie selbst sagt japanisch-irisch, bilingual, bikulturell, bisexuell. Englisch und Japanisch fließend. College mit sechzehn, Abschluss in Marketing, ohne klassischen High-School-Abschluss. Danach Roadie für Bands und Broadway, zehn Jahre Art Director und Production Designer für Film, TV, Infomercials, Musikvideos. Der Writers-Guild-Streik 2007/08 beendet diese Schiene. Fotos gehen an The Score Group. Die nehmen sie, weil eine große, natürlich brüstige asiatische BBW selten vorkommt. Früher Name in Amateurclips: Olivia. Shibari im Künstlernamen verweist auf japanische Seilbondage, Kinbaku interessiert sie auch jenseits der Marketingformel.
Größe um 1,68 bis 1,70 Meter, Gewicht in den Karten zwischen 84 und über 90 Kilo, Maße oft 40D-35-46, andere Listen 42F. Haselnussaugen, dunkles Braun. Tattoos: Drache mit rotem Herz am linken Gesäß, später großes Floral am rechten Arm und Schulter, rotes Band. Schuh US 8,5. New York taucht als Wohnstation auf, Bay Ridge und Hell’s Kitchen. Kelly Shibari Asian trifft Herkunft und Erscheinung, ohne dass man daraus ein enges Ethnic-Ghetto machen müsste. Kelly Shibari BBW ist die Kategorie, in der Score, Plumper Pass, Evil Angel und Digital Sin sie verkaufen.
AVN beschreibt sie als jemand mit mehreren Abschlüssen, der nicht aus einem kaputten Elternhaus kommt und „intelligent hedonism“ praktiziert: nichts, das ihr oder anderen schadet. Sie spricht auf Conventions über Social Media, gründet The PRSM Group, wird Brand Ambassador für Sportsheets Plus-Size. Das steht neben der Kamera, nicht statt ihrer. Die Performerin bleibt das Gesicht, an dem die Branche zum ersten Mal eine eigene AVN-Kategorie BBW Performer of the Year aufhängt – und sie gehört 2014 und 2015 zu den Nominierten.
Score, Overloaded, Meet Kelly und die Preise
Score startet sie mit der interaktiven DVD „Plush Control“. Plumper Pass folgt. Dann New Sensations, Digital Sin, Evil Angel („Evil BBW Gold“ und die Anal-Special-Edition), Zero Tolerance, Evasive Angles, Rodney Moore, Devil’s Film, Red Light District, Scale Bustin Babes. „Big Girls Are Sexy 4“ bringt eine XBIZ-Nominierung für Best Scene mit Ramon Nomar. „Summer Lovin'“ bei Wicked: Non-Sex als Mrs. Morimoto, japanisch sprechende Mutter neben Asa Akira, XBIZ-Nominierung Best Non-Sex Acting. „Roseanne: The XXX Parody“. Lesbian Curves. Marshmallow Girls. Dirty Santa als Dominatrix.
2011 wetten sie öffentlich: gewinnt Japan die Frauen-WM, gibt es ein Fan-Blowbang. Japan gewinnt. Daraus wird 2012 „Kelly Shibari is Overloaded“, selbst produziert und vermarktet, Severe Society / Videos4Sale. Fans im Blowbang, danach Fickmarathons, Anal, DPP, A2M, Creampie, Partner wie Tim Von Swine, Angus Maple, Jake Standish. Nominierungen bei AVN, XBIZ, NightMoves, Feminist Porn Awards. NightMoves Fan Award Best BBW Release. Sie nennt das Projekt einen Brief an die Fans, inklusive Sex, den sie selbst wählt.
2014 Digital Sin und Eddie Powell: „Meet Kelly Shibari“. James Deen, Mr. Pete, Mick Blue, Ramon Nomar, Scarlet Lavey. AVN nennt es ihr erstes Mainstream-Anal. Einziges BBW-Star-Showcase bei Digital Sin. AVN-Magazin macht sie zur ersten BBW-Centerfold in einer Spezialausgabe. Juni 2014 erstes Plus-Size-Cover von Penthouse Forum, Fotos von Se7en Haus und Eddie Powell. Später erstes Plus-Size-Model im Flagschiff Penthouse. Einzige Plus-Size-Fleshlight-Girl ihrer Zeit. Wicked: Co-Regie, Buch und Host bei „Jessica Drake’s Guide to Wicked Sex: Plus Size“, Feminist Porn Award für Sex Education, XBIZ Specialty Release.
Gewonnen, nicht nur nominiert: Inked Awards 2014 BBW Star of the Year. NightMoves Best BBW Performer (Fans) 2013 und 2014, Triple Play 2014, Adella Award 2016. The Fannys / Exxxotica BBW Performer of the Year 2013 und 2014. Urban X Hall of Fame 2020. PaddedKink.com Feminist Porn Award 2011 Honoured Website. Kelly Shibari Pornos aus diesen Jahren sind Studio-Plumper, selbstgedrehter Fan-Overload und das eine Showcase, das sie aus der reinen Nischenecke schiebt.
Rammstein-Strand, Krebs-Pause, PR statt Dauer-Set
Jonas Åkerlund setzt sie 2011 ins Rammstein-Video „Mein Land“ als plus-size Beach-Figur. Cameo im Serienfinale von „Sons of Anarchy“. Referenzmodell-Hintergrund für Pam Poovey in „Archer“, sagt sie im Interview. Das sind nachweisbare Crossover, keine erfundenen Hauptrollen. Kelly Shibari Sex in der Suche bleibt trotzdem Hardcore: Anal in Meet Kelly, Gangbang in Overloaded, BBW-Gold bei Evil Angel, Cardio-Clip mit Christian XXX, Chubby-Safari unter eigener Regie als Fetisch-Release.
Nach dem Penthouse-Shooting Schilddrüsenkrebs, Pause, geplante Rückkehr 2020, dann Pandemie. IAFD endet die Performer-Jahre 2018, Regie 2012–2013. AIP-Interview: sie ist dankbar, noch da zu sein, arbeitet sich durch neue Plattformen, bleibt in der PR. Die Hall-of-Fame-Plakette 2020 kommt in der Abwesenheit und fühlt sich für sie an wie Erinnern, nicht wie ein zweiter Startschuss.
Was bleibt, ist international und nachprüfbar: in Japan aufgewachsen, in den USA vor der Kamera, Score-Einstieg 2007, Name nach der Seiltechnik, erste Plus-Size-Gesichter bei Penthouse und Fleshlight, Overloaded als Fan-Pakt, Meet Kelly als Anal-Showcase, Wicked-Sex-Ed, Inked- und NightMoves-Siege, Urban-X-Ruhmeshalle. Kein deutscher Markt als Heimat, nur ein deutsches Bandvideo als nachweisbarer Clip. Kelly Shibari hat das Plus-Size-Fach sichtbar gemacht, ohne so zu tun, als wäre der Körper ein Unfall gewesen.
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